Haushaltstipps

Vogelmiere („Give away“), Brunnenkresse & Sauerampfer – essbare Wildkräuter für Balkon und Garten

Vogelmiere

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Gestern hat mir unsere Vermieterin Vogelmiere in unserem Apfelgarten gezeigt, die ich auch gleich probieren durfte. Vogelmiere wird offiziell zu den Unkräutern gezählt, da sie sich unheimlich schnell verbreitet und auf nahezu jedem Boden wächst – ist ist aber eines der Unkräuter, die wirklich gut schmecken! Habt ihr als Kind im Sommer auch manchmal einen noch nicht ganz reifen Maiskolben abgebrochen, geschält und dann gegessen? So schmeckt Vogelmiere 🙂
Zudem wächst sie das ganze Jahr über (man bedenke: wir haben Anfang Februar und bis vor ein paar Tagen lag noch Schnee!) und sie hat einen unheimlich hohen Vitamin C-Gehalt – laut Wikipedia reichen schon 50 Gramm frische Vogelmiere aus, um den Tagesbedarf eines Erwachsenen an diesem Vitamin zu decken. Man kann die Vogelmiere einfach gewaschen mit in Salate geben oder sie zum Beispiel in Kartoffelbrei geben, den man dann nochmal kurz durchpüriert.
Da die Pflanze so anspruchslos ist, eignet sie sich vermutlich gut um sie auch im Balkonkasten zu ziehen (ich plane das mal Spaßeshalber auszuprobieren) – wer den Versuch wagen möchte kann sich über die Kommentare bei mir melden, ich schicke euch gerne etwas davon!
Im Rohkostwiki habe ich noch folgende Informationen zur Verwendung von Vogelmiere als Heilkraut gefunden: “Die Wirkung der Pflanze wird als harntreibend, tonisch, wundheilend und die Milchsekretion hemmend beschrieben. […] Im 19. Jahrhundert wurde sie von Kneip als beruhigendes, schleimlösendes Mittel bei Entzündungen der Atemwege gerühmt. Außerdem wird die Vogelmiere gegen Hämorrhoiden sowie bei Blutungen empfohlen. Äußerlich wird sie u.a. bei Quetschungen angewandt.”

Brunnenkresse

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Dann kam heute per Post ein Päckchen Brunnenkressesaat an. Ich hab große Beete recht uns links neben meiner Haustür – nur leider nach Norden raus, also kaum Licht. Brunnenkresse ist eines der wenigen essbaren Gewächse, dass gerne einen schattigen Standort hat und so habe ich mir überlegt, sie dort anzupflanzen. Sie ist allerdings eine Pflanze sie sonst in der Nähe von Bächen und Teichen wächst, also sehr viel Wasser braucht. Auf der Aussaatbeschreibung steht deshalb auch extra schon, dass man sie in wasserdichte Töpfe pflanzen soll um die benötige Feuchtigkeit zu gewährleisten – ein idealer Kandidat für Balkongärtner also 🙂
Brunnenkresse wächst schnell und kann schon ab Mai geerntet werden. Vom Gescmack her soll sie der kleinen, krausen Kresse sehr ähnlich sein, also scharf und pfefferig.
Das Rohkostwiki hat auch zur Brunnenkresse noch einige weiterführende Informationen, vor allem was die Nutzung als Heilpflanze angeht: “Die Wirkung wird als antibakteriell, blutreinigend, fiebersenkend, harntreibend, schleimlösend und stimulierend beschrieben.
Die Brunnenkresse wurde schon in der Antike geschätzt. Diskruides verordnete sie als harntreibendes Mittel. Hildegard von Bingen empfiehlt “burncrasse” gegen Gelbsucht, Verdauungsschwäche und Fieber. Zu den Anwendungsgebieten in der Volksheilkunde gehören Katarrhe der Atemwege, entzündliche Erkrankungen der Harnwege, rheumatische Beschwerden, Hauterkrankungen und Entzündungen im Mund.”

Sauerampfer

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Bleibt noch Sauerampfer 🙂 Das Saatgut hierfür habe ich mal irgendwo durch Zufall gefunden (wer irgendwo welches sieht sagt mir bitte bescheid, meins ist alle!) und in einen Plastikpott ausgesät. Ergebnis: Ich hatte den ganzen Sommer hindurch Sauerampferpflanzen, die ich in Green Smoothies anstatt Spinat verwenden konnte. Die Pflanze ist wirklich einfach zu ziehen und zu pflegen. Sie verzeiht auch längere Giesspausen und wächst immer wieder nach.
Wie der Name schon sagt ist sie sauer – ich habe mich zu Anfang wirklich gewundert! Ansonsten schmeckt sie frisch und lecker und kann sicherlich auch problemlos in Salaten und Gemüsegerichten verwendet werden.
In der Heilkunde findet sie laut dem schon bekannten Wiki folgende Anwendung: Heilkunde: “Die Wirkung der Pflanze wird als magenwirksam, blutreinigend, hautwirksam und entwässernd beschrieben. Samen des Sauer-Ampfers sind ein Volksheilmittel gegen Würmer bei Kindern. Die Blätter sind durststillend, fiebersenkend und werden als Diuretikum angewandt. Als Breiumschlag helfen sie bei Hautleiden und Wundinfektionen. Sie lindern Brennessel- und Insektenstiche.”
Interessant fand ich noch den Hinweis, über den Gebrauch von Sauerampfer als Nutzpflanze: “Der Saft des Sauer-Ampfers wird zum Beseitigen von Rost, Tintenflecken oder Schimmel, sowie zur Reinigung von Holz, Leinen und Flechtwerk verwendet.” 

Habt ihre weitere Wild-Pflanzen, die sich auch gut für Balkongärtner eignen? Andere Tipps, Tricks und Erfahrungen? Vielleicht sogar Rezepte? Immer her damit!

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